Schlager – Was ist das?
Definition
Schlager ist ein schwer zu umgrenzender Begriff und die Grenzen zur Popmusik und Volksmusik sind fließend. Für gewöhnlich werden leichteingängige instrumentalbegleitete Gesangsstücke mit vornehmlich deutschen Texten als Schlager bezeichnet.
Den Begriff “Schlager” gab es schon lange im kaufmännischen Bereich. Dort sind Schlager Waren, die sich gut verkaufen lassen. Sprachlich gesehen besteht eine Sinngleichheit mit dem englischsprachigem “Hit”. Als Hit – wörtlich übersetzt Einschlag, Schlag, Treffer – wird ein Musikstück oder Lied mit durchschlagenden Erfolg bezeichnet.
Am 17. Februar 1867 wurde der Begriff “Schlager” im “Wiener Fremdenblatt” erstmals schriftlich mit Musik in Verbindung gebracht. Dort wird die Uraufführlung des Walzers “An der schönen blauen Donau” mit den Worten „Die Eröffnungsnummer der zweiten Abteilung war ein entschiedener Schlager.“ beschrieben. Fortan wurde Schlager als Bezeichnung für besonders erfolgreiche Einzelnummern aus Operetten und volkstümlichen Singspielen, die beim Publikum “einschlugen” verwendet.
Das Grammofon und die aufstrebende Filmindustier trugen rasch zur Verbreitung bei. Somit ist der Schlager ein Produkt der Industriegesellschaft. Somit ist er auch nicht ein auf Beständigkeit setzendes Kunstwerk, sondern schnelllebig und für ein Massenpublikum bestimmt. Die Wunschträume und Phantasien sollen angesprochen werden. In den Refrains werden die Botschaften ständig wiederholt.
Musikalisch richtet sich der Schlager vornehmlich nach der jeweils aktuellen Tanzform. Seinen Charakter bestimmen einfache Melodien und Rythmen. Wiedererkennung steht im Vordergrund.
Aber der Schlager ist eigentlich viel mehr. Er ist nicht nur Rythmus, Text und Melodie. Er spiegelt viel mehr den Geist der Zeit wieder. Die vorherschenden Wünsche, Befürchtungen, Hoffnungen und Ängste der Menschen jener Zeit werden thematisiert.